Zu Beitrag Clemens Thalbauer in OÖ – Nachrichten vom 2. März

Eine Verbauung der 27, im Masterplan für das windschwache Oberösterreich ausgewiesenen Windpark – Standorte mit Großwindanlagen würde das Gesicht unserer Heimat zerstören, die Lebensqualität vieler Anwohner beeinträchtigen und deren Immobilienbesitz entwerten.

Nicht erreicht würde jedoch ein nennenswerter Beitrag zur Lösung des Energie – und Klimaproblems. Selbst eine völlige Realisierung sämtlicher 27 Windparks würde eine Energieausbeute bringen die etwa 1% von Oberösterreichs Energiegesamtverbrauchs entspricht. Konsequente Effizienzsteigerung und sparsamerer Umgang mit Energie würden das Vielfache bringen und die Umwelt entlasten. Aber da wird wohl zu wenig verdient. Während für die Errichtung der Windparks dank der von uns Stromkunden zu entrichtenden Zwangssubventionen viele hundert Millionen Euro in Bewegung gesetzt werden, sind – wie jüngst das Beispiel Vöcklabruck zeigte – für Maßnahmen die zur Verbrauchsminderung führen sollen – nicht einmal vergleichsweise sehr kleine Beträge verfügbar.

Neben den Voralpen ist vor allem das Innviertel vom Windwahn betroffen wo 11 der 27 Standorte zu finden sind. Mit Schwerpunkt Kobernaußerwald/Schachawald. Zum Teil an Standorten mit äußerst schwachen Windbedingungen, wie an den Standorten „Munderfing“ oder „Schachawald“. Wie die Betreiber dort wirtschaftlich tragfähige Projekte realisieren wollen, haben sie uns noch nicht verraten.

Am Gesamtaufkommen an Erneuerbarer Energie hat die Windkraft in Österreich nur einen Anteil von 2%. Die übrigen 98 % fallen auf Wasserkraft, Biomasse, Solarthermie und Geothermie. Der bescheidene Anteil der Windkraft konnte auch nur durch raschen Ausbau der besten Windkraftstandorte im Osten Österreichs erreicht werden. Eine Verbauung der Voralpenlandschaft und der Alpen führt zu einer Zerstörung der Landschaft, leistet aber keinen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung.

 

Dr. Franz-Christian Brandner
Verein zum Schutz des Kobernaußerwaldes

 

PS: Wir übermitteln Ihnen ebenfalls eine Fotomontage, welche einen Größenvergleich der beim Projekt Munderfing vorgesehenen Windanlagen mit knapp 200 m Gesamthöhe und dem Kirchturm von Braunau, der mit rund 90 m der Dritthöchste Österreichs ist, illustriert.