Spatenstich im Kobernaußerwald leitet Industrialisierung des landschaftlichen Wahrzeichens des Innviertels ein.

Durch diese hohle Gasse muss er kommen“, dachten sich rund 30 empörte Bewohner aus der Region anlässlich der Spatenstichfeier für den Windpark Munderfing am Donnerstag Nachmittag . Sie sollten recht behalten. Kurz nach halb drei fuhr ein kleiner Konvoi aus Polizeiauto, Feuerwehrwagen und einigen Privat-PKW vor dem ersten in den letzten Wochen gerodeten Bauplätze vor. Mit Spruchbannern und Protestrufen, vor allem gegen den grünen Umwelt-Landesrat Anschober, taten sie ihren Unmut kund: Wenn ihnen schon der Wald egal ist, soll ihnen wenigstens der Schilderwald unter die Haut gehen“, kommentierte einer der Demonstranten aus Braunau den Aufmarsch. Unter ihnen herrscht Empörung über die massivste Attacke, die jemals auf Landschaft und Natur, den Wert ihrer Häuser und Grundstücke, auf ihre Lebensqualität und die Harmonie in und zwischen den Gemeinden des Innviertels gestartet wurde.

Anschober und Landtags-Präsident Sigl saßen in einem von Munderfings Bürgermeister Voggenberger gelenkten Feuerwehrfahrzeug und fühlten sich offenkundig nicht besonders wohl in ihrer Haut. Deshalb kein Gespräch mit den Demonstranten, nur eine hastige Weiterfahrt zur zweiten Rodungsstelle, ein äußerst temporeicher Fototermin von wenigen Minuten, damit die Demonstranten nicht die Eintracht der Profiteure aus dem kontroversiellen Unterfangen stören konnten.

Das Argument der Umweltrelevanz, mit dem sich Anschobers Ressort mit seinem Masterplan angemaßt hat, ganze Landstriche nach seinem Gutdünken zu entstellen, ist nach Auffassung der Demonstranten längst als Teil eines „Zasterplans“ enttarnt: Die wahre Antriebsfeder für das Verschandelungskonzept für das Innviertel sind Geldflüsse wie jene, die den Standortgemeinden von Windparks verheißen wurden. Sie haben sich letztendlich als zu verlockend erwiesen“

Ganz besonders schmerzt die betroffenen Bewohner, dass der hohe Anteil an Ökostrom, den das westliche Oberösterreich dank seiner Flusskraftwerke zu einer leistbaren und verlässlichen Stromversorgung ihres Bundeslandes beiträgt, überhaupt nicht honoriert wird. „Wir fühlen uns zum Fußabstreifer einer abgehobenen Politkaste degradiert. Da ist niemand, der mit Rückgrat die eindeutig deklarierten Interessen von 6000 Bewohnern gegen die anstehende Industrialisierung des Innviertler Naturwahrzeichens vertritt , wenn Leute wie Anschober ihre Ökohysterie auf unserem Rücken ausleben wollen“, meint Hans Aschenberger, einer der Organisatoren der Protestwanderung.

 

Vereine zum Schutz des Hausruck- und Kobernaußerwaldes Ried und Braunau
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