MOOSBACH/TREUBACH. Ein landesweiter Masterplan weist Standorte in den Gemeinden Moosbach und Treubach als „Windkraft-Vorrangzonen“ aus. In Moosbach, wo vor Monaten bereits vier Windräder diskutiert wurden, bahnen sich heikle Entscheidungen an.

Moosbachs Gemeinderat hatte im Jahr 2007 im Rahmen eines Energiekonzepts die Prüfung von Windkraft einstimmig beschlossen. Konkrete Pläne für vier Windräder im Schachawald wurden in der breiten Bevölkerung aber offenbar erst mit einem Postwurf einer Bürgerinitiative im Vorjahr bekannt, die sich dem Projekt gegenüber sehr kritisch äußert.

Gegner und Befürworter hatten sich damals darauf geeinigt, das Projekt bis zur Präsentation des Windkraft-Masterplans auf Eis zu legen. Laut Gemeinde sei das Thema in einem viel zu frühen Stadium, um konkrete Aussagen zu treffen. Es bedürfe eingehender Prüfungen und im Fall des Falles einer Bürgerbefragung. Die Gemeinde könne sich als Abgangsgemeinde finanziell ohnehin in keiner Weise einbringen. Allerdings obliegt dem Gemeinderat die Entscheidung über eine Flächenwidmung.

Franz Reinthaler von der Bürgerinitiative Schachawald hat seine Argumente dem Gemeinderat nach dessen jüngster Sitzung unterbreitet. „Wir sind für den Ausbau alternativer Energien. Aber dort, wo sie effizient sind.“ Im Schachawald wehe der Wind in 100 Metern Höhe mit einer Stärke, mit der das bestehende Kobernaußerwald-Windkraftwerk Steiglberg 56 Prozent seiner Stromausbeute erbringen würde.

Werde dennoch ein Windkraftwerk um 20 Millionen Euro errichtet, dann nur wegen hoher Ökostromförderungen, die der Konsument trage. „Ich warne davor, zugunsten von Investoren die Lebensqualität zu verkaufen.“ Es sei von einem erheblichen Eingriff in das Landschaftsbild auszugehen. Dazu Lärm, Schattenwurf, Infraschall, Disco-Effekt, und winterlicher Eiswurf, so Reinthaler, der seine Funktion als Moosbacher Jagdleiter kürzlich zurückgelegt hat. „Ich will nicht, dass die Jagd in die Debatte hineingezogen wird.“

Landesrat will Vorhaben prüfen

Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl habe in einem persönlichen Gespräch zugesagt, die Pläne für den Standort Schachawald prüfen zu lassen, so Franz Reinthaler von der Bürgerinitiative Schachawald. Ein Kontakt mit Naturschutzlandesrat Manfred Haimbuchner stehe an. „Wo der Uhu brütet und sich der Schwarzstorch findet, soll es laut Landesrat keine Windkraft geben. Beide Arten gibt es im Schachawald, zumindest saisonal“, sagt Reinthaler. Dank Wasserkraft werde im Innviertel schon jetzt mehr Ökostrom produziert, als die Innviertler Haushalte verbrauchen, sagt Reinthaler. „Es ist interessant, dass im Raum Linz keine Windkraft-Zonen ausgewiesen sind.

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