Schlechte Aussichten haben die Betreiber jener Windkraftanlagen, die nur dank großzügiger öffentlicher Zuschüsse wirtschaftlich sind: Ihnen droht nach Ende der Förderperiode ein finanzielles Debakel.

Aktuell ist die Errichtung und das Betreiben von Windrädern rein wirtschaftlich gesehen ein gutes Geschäft: Für 13 Jahre wird eine attraktive Förderkulisse geboten, die den Betreibern nicht nur den „Return of Investment“, sondern auch eine attraktive, auf dem freien Markt kaum zu erzielende Verzinsung garantiert. Diese Mittel stammen von den Stromkunden und werden via Ökostromzuschlag finanziert.

Einspeisung über Marktpreis

Das Kernstück der Ökostromförderung ist ein Einspeisetarif über dem Marktpreis: Dieser liegt aktuell bei 5,23 Cent je Kilowattstunde.

Geförderter Windstrom wird laut Ökostromgesetz mit 9,50 Cent/kwh eingespeist, also 4,27 Cent je Kilowattstunde über den auf dem Strommarkt derzeit zu erzielenden Preis. Läuft nun die 13-jährige Garantieperiode aus, müssen die Betreiber von Windrädern ihren Strom auf dem freien Markt verkaufen. Sie können mit einem Stromhändler einen zivilrechtlichen Vertrag abschließen oder über die Ökostromabwicklungsstelle OeMag zum Marktpreis in das Netz einspeisen. Anspruch auf Förderung besteht keiner mehr. Und genau hier liegt der „Hase im Pfeffer“: Ohne einen erhöhten Einspeisetarif sind Windkraftanlagen in Schwachwindgebieten wie dem Mühlviertel kaum rentabel zu betreiben. Den Betreibern droht ohne diese öffentlichen Zuschüsse auf Sicht gesehen ein wirtschaftliches Debakel.

Dies umso mehr, da auch bei den mechanisch an sich robusten Windrädern nach einer gewissen Zeit Erhaltungsinvestitionen notwendig sind, die ganz schön ins Geld gehen können. Dieses Problem ist etwa bei den beiden Windrädern in Schenkenfelden zu lösen: Die beiden dortigen Windmühlen sind nicht nur technisch ein wenig in die Jahre gekommen, sondern fallen in absehbarer Zeit auch aus der lukrativen Förderkulisse heraus. Was dann mit ihnen geschieht, ist völlig offen. „Wir werden alle Möglichkeiten prüfen und dann entscheiden, wie wir weiter vorgehen“, sagt Bürgermeister Karl Winkler dazu. Die Variante, die beiden Windräder in einen neuen Windpark am Steinberg de facto einzubringen und damit den Bestand abzusichern, ist durch die im oö. Windmasterplan dort ausgewiesene Negativzone höchst unwahrscheinlich geworden. Seitens der Bundes- und Landespolitik hofft man indes, dass der Strompreis weiter steigt und im Lauf der kommenden Jahre so hoch wird, dass Windstrom konkurrenzfähig wird. Dazu müsste es aber vor allem zu einer wesentlichen Verknappung auf den internationalen Strommärkten kommen. So eine ist zumindest momentan nicht in Sicht. Im Gegenteil: Es ist genug Strom auf dem Markt, der aktuelle Handelspreis von 5,23 Cent/kwh liegt deutlich unter den 5,676/kwh, die noch im letzten Quartal 2011 notiert wurden.

Ein Artikel von Bernhard Haudum | März 2012