Die Verfechter eines forcierten Ausbaues der Windstromerzeugung suggerieren uns Bürgern immer wieder, Windstrom sei unabdingbar für eine Befreiung von der Atomgefahr und der Abwendung des Klimawandels.

Das entspricht jedoch nicht der Realität. Der Beitrag zur Energieversorgung ist enttäuschend gering. Zudem ruiniert das extrem schwankende Angebot an Windstrom, das noch dazu gesetzlich erzwungenen Vorrang bei der Einspeisung ins Netz genießt, die wirtschaftliche Auslastung moderner Gaskraftwerke. Eine gesicherte Stromversorgung wird bald der Vergangenheit angehören.

  • windstrom_energieproblemBei unseren deutschen Nachbarn wurde in den vergangenen Jahren die Zahl der Windkraftanlagen sehr stark erhöht. Aber auch deren Größe ist gewaltig angestiegen. Ganze Landstriche, vor allem im windreichen Norden sind mit Windanlagen überbaut (Grafik von brutaler Verbauung). Dieser gewaltige Aufwand lässt erwarten, dass die Windkraft einen erheblichen Beitrag zur Energieversorgung leisten würde. Dem ist aber nicht so. Der Anteil des Windstromes an der Stromerzeugung beträgt zurzeit nur rund 8%. Gemessen am Gesamt-Energieeinsatz sind es gar nur mikrige 1%. Auch ist kein Beitrag zum Klimaschutz festzustellen. Der durch die Stromerzeugung bewirkte Ausstoß von CO2 ist trotz des gewaltigen Ausbaues der Windkraft von 2011 auf 2012 um 3% gestiegen.
  • In Österreich hat es wegen einer vorübergehenden Verringerung der Windstromsubvention zwischen 2006 und 2009 eine Ausbaupause gegeben. Jetzt wird aber kräftig aufgeholt. Laut Lobbyorganisation IG-Windkraft ist die installierte Leistung in 2012 um 30% gestiegen. In 2013 soll es eben so viel werden. Beim jetzigen Stand beträgt die Windstromerzeugung rund 2,6 GWh pro Jahr. Das sind rund 3% der Stromerzeugung beziehungsweise 0,5% des Gesamt-Energieeinsatzes. Ja das ist wirklich äußerst wenig. Bedenkt man, dass im windreichen Osten des Landes schon eine sehr hohe Windanalgendichte gegeben ist. Ein weiterer Ausbau würde sich vor allem auf den Voralpenraum und die Höhenrücken des Berglandes konzentrieren wie ja das auch aus der größeren Zahl von, in diesen Regionen eingereichten Neuprojekten ersichtlich ist. Das hat folgende Nachteile:
    • Die Region ist vergleichsweise windschwach. Ein Abfall in der Windgüte senkt den Energieinhalt mit der 3. Potenz. Ist zum Beispiel an einem Standort die mittlere Windgeschwindigkeit 7m/sec und an einem anderen Standort 6m/sec, so ist an diesem der Stromertrag gleich um rund 38% geringer.
    • Wegen der kleinräumigen Siedlungsstruktur kommen als Standorte hauptsächlich Waldgebiete in Frage. Ein Wald wirkt durch seine extreme „Oberflächenrauhigkeit“ als starke Bremse für eine Luftströmung. Dies zeigen die beiden in OÖ bereits installierten Windparks in Wäldern. Beim Windpark „Sternwind“ im Mühlviertel liegt die Stromerzeugung um 15% unter dem errechneten Wert. Bei den Windrädern Schenkenfelden ist die Minderleistung sogar ein Drittel. Bei Neuprojekten versucht man nun durch besonders hohe Windanlagen diesen Nachteilen zu entkommen. Aber der Zugewinn an etwas verbesserten Windbedingungen wird durch deutlich höhere Investitionskosten wieder weitgehend egalisiert.

Eine konsequente Verbauung des Voralpenraumes würde mit eklatanten Schäden an Natur und Landschaft einhergehen und die Lebensqualität für viele Menschen sowie die Existenz des Tourismus nachhaltig beeinträchtigen.

Noch ein weiterer Aspekt verdient Beachtung: Zumeist sind in Wetterphasen, wenn Dank guten Windes die Windräder bei uns einigermaßen Strom liefern auch die rund 25.000 deutschen Windkraftanalgen unter gutem Wind. Das erzeugt ein Überangebot an Strom und drückt die Großhandelspreise gegen Null oder in Einzelfällen sogar darunter.

Unsere Windräder erzeugen somit vorwiegend dann Strom, wenn dieser aus Deutschland quasi zum Nulltarif zu bekommen wäre. Wir sollten unsere Ressourcen besser nutzen.

Anmerkung: Eine Beschreibung einer wirkungsvollen, für Natur und Menschen positiven Energiewende finden Sie ab 13. März 2013 auf dieser Seite unter „Die besseren Alternativen zum Windstrom“.

stromproduktion_schwanktAnhang: Das Dilemma bei der Windstromproduktion ist aus dieser Grafik ersichtlich welche die Windstromproduktion über einen Monat darstellt: Es gibt einige Spitzenwerte, in welchen die Ausbauleistung praktisch erreicht wird. Das ist aber immer nur ganz kurzfristig. Über lange Phasen lieg die Stromproduktion bei 10% der Ausbauleistung oder darunter. Die kurzen Ausschläge zu hohen Leistungswerte stellen für die Stromversorger ein ernste Problem dar. Nicht so jedoch für die Windstromproduzenten. Sie erhalten immer den stark subventionierten Einspeisetarif, ganz gleich ob dieser Strom gerade gebraucht wird oder nicht.

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