MOOSBACH. Nur einen Tag nach breitem Bekanntwerden von Plänen für ein Windkraftwerk in Moosbach einigten sich Befürworter und Gegner auf einen Kompromiss, der Zerwürfnisse verhindern dürfte. Bis zu einer landesweiten Klärung liegt das Projekt auf Eis.

Ins Auge gefasst werden vier bis fünf Windräder mit je zwei Megawatt Leistung in einer Gesamthöhe von je 150 Metern im „Schachawald“. Wie berichtet, hatte Moosbachs Gemeinderat im Jahr 2007 im Rahmen eines Energiekonzepts die Prüfung von Windkraft einstimmig beschlossen.

Konkrete Pläne für ein Windkraftwerk wurden in der breiten Bevölkerung aber offenbar erst mit einem Postwurf der „Bürgerinitiative Schachawald“ bekannt, die sich dem Projekt gegenüber sehr kritisch äußert.

Bürgermeister Johann Scharf sagt, man hätte erst prüfen wollen, ob der Standort überhaupt geeignet ist, bevor man die Bevölkerung in die Meinungsfindung einbinde. Wenige Stunden nach breitem Bekanntwerden der Pläne kam es zu einem Gespräch zwischen Teilen der Politik, darunter Bürgermeister Scharf, einem Projektbetreiber und der Bürgerinitiative – ein sachliches, konstruktives Gespräch, wie alle Seiten betonen.

Warten auf Masterplan

Das Projekt werde auf Eis gelegt, so die Betreiber, die auf das Ergebnis eines landesweiten Windkraft-Masterplans warten wollen, der in den nächsten Monaten für Windkraft geeignete Standorte ausweisen soll. Auch die Gemeinde wolle das Projekt bis dahin ruhen lassen, so Bürgermeister Johann Scharf. „Entscheiden kann das natürlich aber nur der Gemeinderat, der im September zum nächsten Mal tagt.“ Als Grundvoraussetzung für weitere Entscheidungen sei ohnehin festgelegt, dass die Anlage ohne direkte Förderzuschüsse wirtschaftlich betrieben werden könne.

Dazu sei eine Windmessung nötig, die aber per jetzt getroffener Vereinbarung auch nur dann durchgeführt werde, wenn sich Moosbach im Windkraft-Masterplan des Landes als geeigneter Standort wiederfinde. Seien am Ende doch alle Voraussetzungen erfüllt, komme es zu einer Bürgerbefragung, deren Ergebnis für die Politik bindend sei.

Die Gemeinde werde demnächst alle Einwohner zu den Hintergründen schriftlich informieren.

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