Gleich mit 50% will  Pöndorfs Bürgermeister Johann Zierer die Gemeinde an Windkraftanlagen auf Gemeindegebiet beteiligen. Die Finanzierung scheint für Zierer kein Thema.  Kaum wurde das Projekt Silventus, das auf Pöndorfer Boden 7 Windräder vorgesehen hatte von der Raumordnung abgelehnt wird ein Ersatzprojekt auf die Beine gestellt. Dass dadurch eine Situation entsteht welcher jener von Silventus gelicht, erscheint für ihn nicht relevant. Da könnte er noch eine Überraschung erleben.

Pöndorfer wollen mit Windkraft Strom erzeugen und ihr Budget aufbessern

Das Windkraft-Projekt „Silventus“ hat sein Leben ausgehaucht, jetzt brütet die Gemeinde über einer neuen Anlage. „Zwischen fünf und sieben Windräder sollen bei der Floriani-Kapelle im Kobernaußerwald entstehen“, bestätigt Bürgermeister Johann Zieher. Ihm schwebt dabei eine Bürgerbeteiligung vor.

Derzeit arbeitet die Energiewerkstatt Munderfing die Details für die Pöndorfer Anlage aus. „Wir orientieren uns an Munderfing, denn die sind schon weiter“, erläutert Zieher. Im Innviertel sind bereits fünf Windräder genehmigt, jetzt wird sogar an ein sechstes Windrad gedacht. Die Anlage steht haarscharf an der Gemeindegrenze zu Lengau, weshalb in der Nachbargemeinde keine rechte Freude über diese Pläne aufkommt.

„Wir brauchen den Energiemix“

Pöndorfs Bürgermeister erwartet für die jetzt geplante Anlage aber wenig Widerstände. „Die große Mehrheit quer durch alle Fraktionen in der Gemeindestube ist dafür“, berichtet der absolute Befürworter der Windkraft. „Wir brauchen den Energiemix, wir brauchen dabei alles“, betont Zieher und verweist auf die aktuelle Preisentwicklung bei Energie.

Der Pöndorfer Bürgermeister führt auch ein finanzielles Argument ins Treffen: Bei Gesprächen mit Kommunalpolitikern in Niederösterreich und im Burgenland habe er erfahren, dass einige Gemeinden ihre Budgets dank der Windkraft saniert hätten. Er kann sich eine 50-prozentige Beteiligung der Gemeinde in der Betreiberfirma vorstellen. Allerdings müsste der zweite Partner das finanzielle Risiko tragen, weil dies der Gemeinde wegen der Maastricht-Kriterien nicht möglich sei. „Die Bevölkerung wurde mittels Bürgerbeteiligung eingebunden, was dazu geführt hat, dass anfängliche Widerstände gegen die Windkraft aufgebrochen sind“, berichtet Zieher.

Der Bürgermeister hofft, dass bis zur Juni-Sitzung des Pöndorfer Gemeinderates erste Details zum Projekt vorliegen. Bei der notwendigen Umwidmung erwartet er keine Probleme, weil sich der Standort laut Windmasterplan in einer Vorrangzone befindet.

Der im Februar von der Landesregierung beschlossene Windmasterplan sieht im Bezirk Vöcklabruck fünf sogenannte Vorrangzonen vor, die für Windkraftanlagen als vorrangig geeignet sind. Neben dem Kobernaußerwald-Süd (Pöndorf) sind das die Zonen Auwald (Nußdorf, Oberwang, Straß i. A.), Hausruckwald-Süd (Ampflwang), Hongar (Altmünster, Aurach, Pinsdorf, Regau) und Saurüssel (Oberwang, St. Georgen i. A., Straß i. A., Tiefgraben, Weißenkirchen i. A., Zell am Moos).

Der Grüne Landtagsabgeordnete Gottfried Hirz sieht in der Windkraft keine Möglichkeit, die Gemeindenfinanzen aufzubessern. „Die Windkraft ist keine Cashcow, sondern ein Angebot an erneuerbarer Energie“, betont er im Gespräch mit den OÖNachrichten. Allerdings ist auch er davon überzeugt, dass eine Beteiligung der Gemeinde an der Betreiberfirma durchaus Sinn mache.