BAD GOISERN/EBENSEE. Aufsehen löste vergangene Woche eine Pressekonferenz von Energie-AG-Generaldirektor Leo Windtner aus. Er kündigte darin einen Investitionsstopp bei neuen Kraftwerken an.

Betroffen seien davon auch das geplante Traunkraftwerk in Bad Goisern sowie das geplante Pumpspeicherkraftwerk in Ebensee. Windtners Aussagen wurden nicht nur im Salzkammergut aufmerksam registriert. Prompt meldete sich auch der Grüne Umweltlandesrat Rudi Anschober zu Wort und kritisierte die Energie AG. „Wir brauchen zur Verwirklichung der Energiewende auch den Ausbau der Wasserkraft“, so Anschober. Die Landesregierung will bis 2030 die Energiewende geschafft haben. Der gesamte Stromverbrauch in Oberösterreich soll dann mit erneuerbaren Energien wie Wasserkraft abgedeckt werden. „Derzeit liegen wir bei 80 Prozent“, sagt Anschober. „Wir müssen daher jetzt investieren – auch, um uns unabhängiger zu machen.“

„Baubeginn 2013 ist möglich”

Doch möglicherweise kommt die Kritik Anschobers zu früh. Gestern stellte die Energie AG klar, dass von einem Investitionsstopp keine Rede sein könne. „Windtners Aussage bezog sich auf den gegenwärtigen Zeitpunkt“, sagt Konzernsprecher Michael Frostel.“

Ingenieure tüfteln weiter an einem Traunkraftwerk in Bad Goisern. Bild: ebra

„Derzeit würde die Energie AG nicht in neue Standorte investieren. Doch diese Frage stellt sich weder in Bad Goisern noch in Ebensee, weil beide Standorte erst in Planung sind. Und wir setzen diese Planungen fort.“ Frühestens im Herbst 2013 könnten die Bauarbeiten in Bad Goisern beginnen und in Ebensee noch später, weil dort noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht werden müsse. „Bis dahin“, so Frostel, „könnten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert haben. Der Bau der Kraftwerke ist also nicht abgesagt.“ Heute würden niedrige Strompreise und die gedämpfte Konjunktur in Europa Bauprojekte aber nicht rechtfertigen.

In Bad Goisern hofft SP-Bürgermeister Peter Ellmer auf die Verwirklichung der Traun-Staustufe. „Die Bevölkerung ist mehrheitlich für dieses Projekt, und auch ich stehe dazu“, sagt er. „In den kommenden Jahren werden für den Hochwasserschutz und die Renaturierung ohnehin Bauarbeiten an der Traun durchgeführt. Es wäre gut, in einem Aufwischen auch gleich das Kraftwerk zu errichten.“ Dass die Energie AG ihre Pläne aufgibt, glaubt Ellmer nicht. „Es wurde schon zu viel Geld und Energie in die Planungen gesteckt.“

Ein Artikel der OÖN, Edmund Brandner