Es widerspricht sowohl europäischem als auch österreichischem Recht, in einem de facto Vogelschutzgebiet Windfarmen ohne entsprechende Prüfung zu bauen …

Der Naturschutzbund will den Kobernaußerwald vor einer massiven Landschaftsveränderung durch Windkraftanlagen bewahren. Er verlangt, die Region schon alleine wegen der Anzahl an Schwarzstorchbruten für ein Vogelschutzgebiet nach EU-Recht zu nominieren und als solches auch auszuweisen.

Es widerspreche sowohl europäischem als auch österreichischem Recht „in ein faktisches Vogelschutzgebiet Windkraftanlagen ohne entsprechende Prüfungen zu bauen“, so der Naturschutzbund Oberösterreich in einer Pressemitteilung.

Das Auerhuhn ist wieder da

Auerhuhhn

Auerhuhhn

Windkraft in Oberösterreich ja, aber nicht immer und überall, heißt es. Letzteres gelte insbesondere für den Versuch, „bis zu 200 Meter hohe Monsteranlagen in große Waldgebiete hineinzubringen“.

Großwaldgebiete auf einer Höhenlage unter 800 Metern Seehöhe seien in Mitteleuropa sehr selten. Der Kobernaußerwald bilde mit dem Hausruckwald eine geschlossene Waldfläche von 275 Quadratkilometern und sei somit eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas. Trotz der relativ intensiven Holznutzung könne auch das ehemals häufige Auerhuhn in jüngster Zeit wieder als Brutvogel festgestellt werden.

Foto: Alois Litzlbauer

Foto: Alois Litzlbauer

Der Schwarzstorch finde im Kobernaußer- und Hausruckwald beste Bedingungen wie Altholzbestände zur Anlage seiner mächtigen Horste. Zur Nahrungssuche seien idealerweise Tümpel, Bachläufe und Feuchtwiesen vorhanden. Warum findet diese Tatsache dennoch kaum Beachtung, fragen sich die Naturschützer. Der Schwarzstorch brüte in den Wäldern ausgesprochen heimlich und versteckt. „Dennoch wissen wir von bis zu acht Brutpaaren im Gebiet, mit einer der international höchsten Reproduktionsraten von im Schnitt mehr als drei Jungen pro Brut.“ Die durch Windräder gefährdete Region zähle zu den sechs wichtigsten Brutgebieten Österreichs.

Nach Auffassung des Naturschutzbundes mit Sitz in Linz würden die geplanten Windkraftanlagen im Kobernaußer- und Hausruckwald „mit ziemlicher Sicherheit in einem Umkreis von zwei Kilometern keine Brut des Schwarzstorchs mehr zulassen. In einem Umkreis von sieben Kilometern kann die Barrierewirkung der Anlagen die Nahrungsflüge des Schwarzstorchs so beeinträchtigen, dass er abwandert“. (ho)

Ein Bericht der OÖ Nachrichten