Profit nur für wenige? Gemeinde erteilt geplantem Windkraftwerk Absage

Profit nur für wenige? Gemeinde erteilt geplantem Windkraftwerk Absage. Vier in Moosbach geplante Windräder werden nicht genehmigt.

MOOSBACH. Der Windkraft-Masterplan des Landes weist den Moosbacher Schachawald als Zone aus, die für Windkraft geeignet sei – konkrete Pläne für die Errichtung von vier Windrädern wurden jetzt aber vom Moosbacher Gemeinderat nach reiflicher Überlegung, aber per einstimmigem Beschluss verworfen. Das finanzielle Angebot der Projektbetreiber entspreche nicht den Vorstellungen – zudem wolle man die technische Entwicklung in der Windkraft abwarten, so Bürgermeister Johann Scharf auf Anfrage der Innviertler Nachrichten.

Technik „nicht ausgereift“

„Die Windverhältnisse sind bei uns im Vergleich zu anderen Windkraftregionen eher mäßig. Der Gemeinderat hat beschlossen, die technische Entwicklung abzuwarten. Derzeit gibt es bei uns sicher keine Flächenwidmung für Windräder“, so Scharf mit Verweis auf Pilotversuche in Deutschland, Windkraftenergie in Gas umzuwandeln und so via bestehende Pipelines transportfähig zu machen –, um sich Widerstände gegen den Bau von Stromschienen quer durch das Land zu ersparen. „Bei uns in Moosbach führt eine Gas-Pipeline vorbei. Vielleicht gibt es ja irgendwann entsprechende Technologien und auch effizientere Windräder. Derzeit scheint uns die Technik insgesamt jedenfalls nicht ausgereift zu sein. Bei den ersten dabei zu sein und sich vielleicht später zu ärgern, dass es viel bessere Möglichkeiten gäbe, muss ja nicht sein.“

Die Projektanten des Moosbacher Windkraftwerks würden der Gemeinde pro Rad und Jahr 2000 bis 3000 Euro bieten, sagt Scharf. „Bei so einem Projekt wollen wir, dass alle Moosbacher profitieren. Das wäre mit diesen Summen nicht möglich. Derzeit würden am Ende eher die Betreiber profitieren. Es gäbe für uns ja nicht nur Vorteile. Windräder beeinträchtigen zum Beispiel das Landschaftsbild.“

Die Möglichkeit, die Moosbacher durch ein finanzielles Beteiligungsmodell partizipieren zu lassen, sei auch zu relativieren. „An der Windkraft können sich nur jene Leute, die entsprechend Geld haben. Wie gesagt, wir wollen, dass alle Moosbacher profitieren. Die gesamte Gemeindebevölkerung müsste etwas davon haben.“

 

Ein Bericht der OÖ Nachrichten, von Dieter Seitl

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