Irrweg Energiewende, unwirtschaftlich und unsozial

Am Dienstag vergangener Woche zeigte uns die „Energiewende“ deutsch-österreichischer Prägung wieder einmal wie unschlagbar sie in der Vernichtung von Volkseinkommen ist.

Da wehte im Norden unseres Nachbarlandes wieder einmal ganz ordentlich der Wind. Die dort installierten 20.000 Windräder taten ihre Pflicht und drückten gewaltige Strommengen ins Netz. Zufolge dieses Überangebotes fiel der Preis an der Strombörse bis nahe Null. Die Windstromer störte das nicht, denn ihnen ist die Abnahme gesetzlich garantiert zu einem gewaltig überhöhten Preis. Bezahlt wird die Differenz zwischen hohem Windstromtarif und Marktpreis über die sogenannte EEG-Umlage, welche jeder deutsche Verbraucher als rasch anwachsende Position auf seiner Stromrechnung findet. Wer bei dem Spiel nicht mitkann, sind als erster die Gaskraftwerke welche die Brennstoffkosten nicht mehr verdienen können und die Produktion stoppen. So auch am vergangenen Dienstag.

Jetzt sollte der im Norden produzierte Windstrom zu den Verbraucherzentren im Süden gebracht werden. Leider sind die Netze nicht für so hohe Übertragungsleistungen ausgebaut und dem Süden droht ein Black Out. Der Netzbetreiber reaktiviert daher die letzten Reserven, das sind vier alte Ölkraftwerke, drei davon in Österreich. Diese produzieren den Strom wesentlich teurer und mit weit höherem Schadstoffausstoß als die soeben abgeschalteten modernen Gaskraftwerke. Aber da springt wieder der von den Verbrauchern finanzierte EEG – Subventionstopf ein und gleicht dies aus.

Wer nun glaubt, das Problem wäre mit ausreichenden Stromtrassen zwischen Nord und Süd lösbar, der irrt: Erstens sind diese Trassen dann wegen des stark schwankenden Windstromes zumeist sehr schlecht ausgelastet was die Übertragungskosten erheblich erhöht. Weiters arbeiten die Gaskraftwerke mit fortschreitend schlechterer Auslastung und Wirtschaftlichkeit und es werden keine neuen gebaut. Gleiches gilt für Pumpspeicherkraftwerke wovon allein in OÖ vier Neubauvorhaben auf HALT sind. Die Stromversorgung ist so nicht mehr gesichert.

Wer glaubt, das wäre alles ein Problem der Deutschen, der irrt ebenfalls. Wir sind nur zeitlich „hinten dran“. Laut IG-Windkraft haben sich in 2012 die Windstromkapazitäten in Österreich um 30% erhöht und sollen dies auch 2013 tun. Dieser forcierte Ausbau führt zwar sehr schnell zur Zerstörung der Schönheit unserer Heimat. Der Beitrag zur Energieversorgung bleibt jedoch minimal. Selbst in Deutschland mit seiner gewaltigen Ausbaudichte in allen windstarken Regionen erreicht der Windstrom nur einen Anteil von unter 2% am Energie-Gesamtaufkommen. Mit der extremen Bevorteilung des Ökostromes am Markt ist das Klima nicht zu retten. Das geht nur mit einer Reduzierung des Verbrauches an Energie, wofür die Möglichkeiten ganz beträchtlich sind.

 

Dr. Günter Wöss
Braunau

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